Ein Unternehmen ohne eigene Website, das kann ich mir heute ja überhaupt nicht mehr vorstellen. Ist sie doch unverzichtbar, wenn es darum geht, dauerhaft Kunden via Inbound zu generieren und selbstverständlich zu halten. Ich hoffe, dass Sie jetzt mit dem Kopf nicken und mir uneingeschränkt zustimmen.

Warum sind so viele Websites technisch veraltet?

Täglich frage ich mich, warum so viele Websites weder für eine mobile Darstellung optimiert sind, nicht regelmäßig aktualisiert werden, keinen Blog beinhalten, nicht auf SSL umgestellt sind und warum sie ihren Besuchern nicht mehr als ein reines „das kann ich, das verkaufe ich“ bieten? Warum gibt es noch so viele Seiten, die aussehen, als ob sie seit ihrer Erstveröffentlichung nie wieder einen Webdesigner gesehen haben?

Ich komme langsam zu der Überzeugung, dass Unternehmen schon wissen, dass ihre Website oder „die Homepage“, wie ich immer noch zu hören bekomme, dringend überarbeitet werden sollte. Aber sie haben keine Vorstellung davon, was sie investieren müssen, und scheuen deshalb die Angebotsanfrage.

Nicht ganz zu Unrecht, wie ich meine. Ich habe Angebote gesehen, die entweder überfrachtet oder so unkonkret waren, dass sie einem Nichtfachmann das Gefühl vermitteln müssen, er kaufe die Katze im Sack, bzw. er braucht erst einmal einen Übersetzer, der ihm erklärt, wofür er da viel Geld ausgeben soll. Und wieder andere Angebote waren so an den Bedürfnissen des Kunden vorbei konzipiert, dass spätere Probleme schon vorprogrammiert waren.

Ich kann ja nachvollziehen, dass alle Abteilungen ihr Know-how einbringen sollen, dass man sich vom Mitbewerber abheben will und dass Know-how nunmal seinen Preis hat. Am Ende erhält der Kunde sicherlich eine super Website, die ins Referenzprofil der Agentur passt. Für den Kunden ist sie aber unter Umständen 10 Nummern zu groß und er wird nach der Rechnungsstellung den nächsten Relaunch sehr lange rausziehen.

„Da wächst er noch rein,“ mag der Projektleiter argumentieren, während ich mich „Wirklich?“ frage.

Webdesign kann und sollte individuell erfolgen. Bedeutet das aber, dass jedes Detail aufwändig von Hand programmiert werden muss, und dies teilweise mit einem Budget, für das ich auch einen Kleinwagen erwerben könnte? Muss jede Kampagnenseite so umfangreich kalkuliert werden, dass sie eine Anschaffung für’s Leben ist? Denn eines ist klar: Individualität hat ihren Preis und das zu Recht. Wenn ich mich aber bewusst in eine Abhängigkeit katapultiere, weil für die Pflege und Wartung jedes Mal ein gut bezahlter Spezialist eingesetzt werden muss, dann handele ich aus meiner Sicht grob fahrlässig.

Customizen einer Website – so viel wie nötig, so wenig wie möglich

Wie kommen Sie an Ihren Firmenwagen? Also ich suche mir ein Grundmodell aus und statte es mit den Modulen aus, die ich für meine Bedürfnisse benötige. Während es beim PKW richtig teuer wird, wenn nachträglich eine andere Farbe oder ein anderer Motor für mehr Leistung gewünscht wird, ist der Aufwand bei einer Website, die auf einem CRM wie WordPress basiert, relativ unkompliziert, Funktionen anzuhängen oder Farben und Bilder zu ändern. Paket erweitern und gut ist. Das Layout ist nicht mehr zeitgemäß? Ok, ein neues Template wird aufgespielt, ein paar Modifikationen vorgenommen, die Seite ist wieder online. Man kann für vieles vorgefertigte Module verwenden, anstatt alles von Hand zu erstellen. Damit wird das Budget geschont und kann beispielsweise für professionelle Bilder, ein Logoredesign oder für eine knackige Texterstellung eingesetzt werden.

Ich verwende ausschließlich Bausteine, die auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Weshalb? Ich bin der Meinung, dass oft zu überdimensioniert geplant wird. Eine Website ist aus meiner Sicht nämlich keine Anschaffung für’s Leben, sondern sie sollte flexibel aufgebaut sein. Das Fundament muss passen. Danach gilt es lediglich, Anpassungen vorzunehmen. Sie muss problemlos auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden können. Sie darf aus meiner Sicht nicht so statisch sein, dass die Implementierung von neuen Ansprachemöglichkeiten einen Komplettaufbau bedeuten würde.

Das Allerwichtigste ist für mich, dass eine Website keine technische Abhängigkeit von einem einzigen Dienstleister produzieren darf.

Schneide ich mir mit dieser Einstellung nicht ins eigene Fleisch? Immerhin riskiere ich damit, dass sich der Kunde an einen anderen Dienstleister wendet, wenn es um die Aktualisierung oder um die Weiterentwicklung seiner Website geht.

Ich bin der Meinung, nein, tue ich nicht. Wer sich heute halbwegs auf dem Laufenden hält, was in Sachen Webdesign machbar ist und wie einfach die Systeme mittlerweile geworden sind, wird nachfragen. Warum alles von Hand gemacht werden muss, und ob es für Projekte oder Kampagnen nicht auch einfacher geht. Das mag den Spezialisten zunächst einmal weh tun, immerhin wird ihre Kompetenz ja in Frage gestellt, aber so ist es ja nicht.

Es geht eigentlich darum, dass unser Leistungsangebot heute transparenter geworden ist und dass wir mit ein paar Klicks vergleichbar sind.

Ich berate und unterstütze meine Kunden gerne, wenn sie Teil-Prozesse selbst übernehmen möchten. Das geht aber nicht, wenn ich mauere und zumache, vor lauter Angst, dass der Kunde jetzt alles selbst machen will und ich überflüssig werde. Diese Angst ist unbegründet, denn diese Zeit hat er ja gar nicht. Und bei Aufgaben, bei denen es ans Eingemachte geht, kommt der Fachmann wieder ins Spiel.

Ich stelle die invididuelle Programmierung keinesfalls in Frage. Es geht mir viel mehr darum, dass in vielen Fällen Standardfunktionalitäten individualisiert werden und unnötig den Preis hochtreiben. Anstatt also das zu tun, was jahrelang getan wurde, plädiere ich für einen vermehrten Einsatz von Standardwerkzeugen. Manchmal mit Abstrichen, aber oft mit solchen, die die Kunden gar nicht merken.

Bei mir bekommen kleine und mittlere Unternehmen Websites auf Basis von WordPress. Ich setze für die Gestaltung der Seite fertige Frameworks und Themes ein, die ich individuell anpasse. Die meisten Kommunikationsmaßnahmen lassen sich über Drittanbieter abwickeln. Und wenn sich unsere Wege trennen sollten, dann können Sie jeden WordPress-Spezialisten an Ihre Seite lassen. Weil das System so einfach ist, haben Sie die freie Wahl. Inhalte zu ergänzen oder zu korrigieren ist auch für den Nichtfachmann gut zu bewerkstelligen. Wer mit Word umgehen kann, kann das mit WordPress auch.

Änderungen, die an die Optik der Seite, an die Erweiterung des Funktionsumfangs oder an die Aktualisierung der einzelnen Module geht, sollten Sie weiterhin dem Fachmann überlassen.

Damit biete ich meinen Kunden eine Flexibilität, die ihnen aus meiner Sicht ein gutes Gefühl gibt. Und der nächste Website-Relaunch treibt ihnen nicht etwa die Schweißperlen auf die Stirn, sondern die Gewissheit, dass der Hautpteil Ihres Budgets nicht etwa in eine bis aufs letzte Fitzelchen individualisierte Website-Optik, sondern in hochwertige Inhalte gesteckt werden kann. Darauf kommt es aus meiner Sicht an, denn danach sucht der Kunde und nicht nach dem Design.