Mein Tagesgeschäft bringt mit sich, dass ich immer wieder auf Websites von Unternehmen stoße, bei denen der Informationsgehalt nicht über die Abbildung des eigenen Dienstleistungsportfolios hinausgeht. Relevante Inhalte für den Leser? Fehlanzeige. Sind die Verantwortlichen wirklich der Meinung, dass ihr Unternehmen so in den Fokus von potenziellen Kunden rückt?

Als Mutter einer 10-jährigen Tochter ist es für mich nichts Neues mehr, mit welch einem Selbstverständnis sie als Digital Native davon ausgeht, dass sie alle Informationen, die sie benötigt, „googeln“ oder via YouTube abrufen kann. Wenn es um die Recherche für die Hausaufgaben geht, ist der erste Weg in die Suchmaschine. Sie käme auch gar nicht auf die Idee, ein Telefonbuch in die Hand zu nehmen, um beispielsweise ein Spielwarengeschäft zu suchen. Warum? Steht doch alles im Internet.

Der Mensch sucht nach Lösungen für sein Problem und weniger nach Firmennamen oder Marken. Umso verwunderlicher ist es, dass viele Unternehmen immer noch der Meinung sind, dass die alten Mechanismen weiterhin funktionieren und eine Website nicht über die Darstellung einer digitalen Visitenkarte hinausgehen muss. Sie nehmen nicht wahr, dass die heutigen Medienbürger ganz anderen Informationskanäle nutzen und ihre Empfehlungen im Internet stattfinden. Sie sind nicht da? Pech gehabt.

Was das mit der Website zu tun hat?

Nun, ganz einfach. Natürlich kann man seinen Internetauftritt darauf reduzieren, lediglich das eigene Portfolio abzubilden und darauf zu warten, dass die Kunden einen darüber schon irgendwie finden und kontakten. Aber, Google berücksichtigt bei der Listung von Suchanfragen auch die Relevanz des Website-Inhaltes in Bezug auf den Suchbegriff. Eine reine Unternehmensseite ohne nennenswerte Inhalte wird im Ranking also immer auf die hinteren Plätze verwiesen werden. In den Suchergebnissen erscheinen also nicht unbedingt Adresseinträge, außer Sie suchen gezielt danach, sondern Beiträge oder Artikel, die sich mit Suchanfrage beschäftigen. Relevant Content.

Was passiert also auf Ihrer Website, wenn Sie relevante Inhalte bereitstellen?

  • Ihre wertvollen Inhalte werden geteilt.
  • Sie ziehen dadurch Besucher auf Ihre Website, die Sie sonst gar nicht erreicht hätten.
  • Sie binden diese Besucher an Ihre Website, weil diese weitere Inhalte finden, die ihnen weiterhelfen.
  • Sie werden auf Google besser gefunden.

Ja, aber dann gebe ich ja mein Wissen preis

Richtig, das tun Sie, Sie gehen damit in Vorleistung. Ihre wertvollen Inhalte arbeiten aber für Sie, indem sie Ihre Sichtbarkeit im Netz erweitern. Sie rücken durch Ihr Expertenwissen besser in den Fokus von Menschen, als es Ihre Website oder ein Telefonbucheintrag jemals getan haben. Und wenn Sie selbst auf sozialen Plattformen aktiv werden, was Sie natürlich sollten, um ihren relevanten Content zu teilen, werden Ihre Inhalte weiterempfohlen, Ihr Netzwerk erweitert sich und die Chance, dass sich unter Ihren Kontakten jemand findet, der Sie weiterempfiehlt, steigt. Ihre Inhalte sind der Motor dafür, dass Besucher Ihrer Website mit Ihnen in Kontakt treten. Anstatt also aktiv auf Neukundensuche zu gehen, finden Ihre Neukunden Sie – und zwar über Ihre Inhalte.

Wann soll ich denn das noch machen?

Relevante Inhalte zu generieren macht Arbeit. Punkt. Händler haben zum Beispiel die Möglichkeit, Ihre Zulieferer um Inhalte zu bitten und bereitzustellen. Oder Sie haben besonders zufriedene Kunden, deren Problemlösung sich für einen Praxisbericht eignen würde. Im Prinzip reicht es aus, Ihren Kunden und Interessenten zuzuhören, um festzustellen, wo der Schuh drückt.

In dem Buch „Alles nur geklaut“, über das ich hier geschrieben habe, weil es mich so inspiriert hat, ist ein schöner Satz zu lesen: Schreiben Sie das Buch, das Sie selbst gerne lesen würden. Ich finde er passt in diesem Zusammenhang wunderbar. Stellen Sie solche Informationen zur Verfügung, die Sie selbst vermissen oder die Ihnen weiterhelfen würden.

Sollten Sie bei der Gestaltung Ihrer relevanten Inhalte Unterstützung benötigen, helfe ich gerne weiter.

Denn, ich gebe relevanten Inhalten ein Gesicht.