Vor Kurzem fiel mir auf, dass ich seit mittlerweile 7 Jahren bei  der Businessplattform XING Mitglied bin. Mal mehr und mal weniger intensiv – eigentlich eher weniger. Das lag nach meiner Einschätzung mit daran, dass der Austausch mit Mitgliedern, mit denen man nicht vernetzt ist, nur über die Gruppen funktionierte.

Die Gruppe, die für mich passte, hatte ich bislang nicht gefunden. Entweder wurde es mir zu sehr kuschelig für eine Businessplattform und das geschäftliche fiel in den Hintergrund oder, besonders bei den fachlichen Gruppen, fehlt der regelmäßige Input durch die Gruppenmitglieder oder er reduzierte sich auf platte Eigenpromo.

So verkümmerte XING bei mir eher dazu, mich an Geburtstag zu erinnern oder um Kontakte zu verwalten, die es nicht in meine Datenbank schafften. Anfang des Jahres habe ich meine kostenpflichtige Mitgliedschaft dann gekündigt, weil ich für einen regelmäßigen Monatsbeitrag doch zu wenig auf der Plattform unterwegs war.

Beim Konkurrenten Linkedin gefiel mir das Modul Pulse auf Anhieb. Warm bin ich mit Linkedin jedoch auch noch nicht geworden. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich dort mit Ansprechpartnern aus kleinen und mittleren Unternehmen noch seltener ins Gespräch kam wie auf XING.

XING News

blog-xingAls ich mich nach längerer Abwesenheit im Juni wieder eingewählt hatte, war ich erstaunt: XING hat ein frischeres, übersichtlicheres und aktuelles Gesicht bekommen. Auf der Startseite tummmeln sich jetzt nicht nur Gruppenbeiträge und Neuigkeiten aus dem eigenen Netzwerk, sondern, sofern eingerichtet, sogenannte „News“ in Form von tagesaktuellen Neuigkeiten, dargestellt im Stil eines Newsportals.

Als Nutzer habe ich die Möglichkeit, bestimmen zu können, aus welchen Branchen die News eingelesen werden sollen. Damit ist mehr oder weniger sichergestellt, dass mich nur die Themen erreichen, für die ich mich tatsächlich interessiere.

blog-klartextNeben den News findet der Leser den Reiter „Klartext“. Hier kommen ausgewählte Experten zu Wort und haben die Möglichkeit, sich zu Themenschwerpunkten mit eigenen Beiträge zu äußern. Man kann dem Beitrag und seiner Aussage zustimmen, ihn teilen oder kommentieren. Durch diese Interaktionsmöglichkeiten haben beide Rubriken für mich einen absoluten Mehrwert. Was mich nämlich auf Facebook vermisse, ist hier viel transparenter: Bestehende und vielleicht zukünftige Geschäftspartner kommentieren, liken und tauschen sich aus, ohne durch Cat-Content oder die zigste Widerrufserklärung gestört zu werden. Die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen, ist durch diese beiden Bereiche aus meiner Sicht um ein Vielfaches gestiegen.

Eines ist jedoch klar. Solche Bereiche brauchen Interaktion und leben nicht vom stillen Mitleser. Hier bekommt der Nutzer „Gleichgesinnte“ auf dem Serviertablet präsentiert und kann sich auf einfache Weise ins Gespräch bringen, indem er mitdiskutiert.

Und wer diese Beiträge seinem Netzwerk zur Verfügung stellen möchte, das weder auf XING noch auf Linkedin unterwegs sind, kann sie auf Twitter oder Facebook teilen.

Der kleine Wermutstropfen

In Klartext können nur von XING ausgewählten Personen eigene Beiträge verfassen. Ist ja auch irgendwie logisch, sonst wäre das Ganze bald ziemlich verwässert.

Dem Rest bleibt also nur, eigene Blog-Beiträge über seine Startseite zu verlinken und seinem Netzwerk zur Verfügung zu stellen und darauf zu bauen, dass auch hier geteilt und kommentiert wird. Ich finde, dass diese Funktion, sehr gut geeignet ist, die eigene Kompetenz und Sichtweise abzubilden.

Meine XING-Kündigung habe ich mittlerweile zurückgezogen und die Plattform bekommt von mir die dritte Chance. Ich glaube, diesmal wird’s was.